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Aufruf: PlatzDa?! – Eine Stadt für Alle!

AUFRUF

In Mainz tut sich was. Wir reden nicht von Brückenbaustellen,Neubaugebieten und Einkaufspassagen. Wir reden von einer ganzen Woche gefüllt mit eigener Initiativen, mit eigenen Ideen; mit Ideen zu einer gemeinsamen Stadt. Doch unsere Ideen unterscheiden sich von jenen, die das Stadtbild in der Vergangenheit geprägt haben. Deshalb werden wir am 25. April – im Anschluss an eine Woche gefüllt mit verschiedensten Projekten, Diskussionen und Hoffnungen für eine offene Stadt für alle – gemeinsam auf die Straße gehen und zeigen, dass die vielfältigen Erwartungen, die auch von uns an die Stadtpolitik gestellt werden, miteinander vereinbar sind, denn wir alle haben ein Interesse an Stadtpolitik: Sie betrifft jede*n von uns. Doch ein Großteil der Probleme, die immer wieder von unterschiedlichsten Initiativen ins Schlaglicht gerückt wurden, wird von den meisten städtischen Vertreter*innen seit geraumer Zeit beharrlich übersehen. Stadtpolitik
muss für alle Menschen gemacht werden, doch fühlen wir, fühlen sich viele, in ihren Interessen nicht verstanden und vertreten. Wir sind sicher, Fragen ist überflüssig. Es ist Platz Da!! für alle in Mainz!

Stadt für Alle bedeutet für uns, eine Stadt in der Alle am gemeinsamen Leben teilhaben können, in der sich Alle wohlfühlen, und in der sich jeder und jede willkommen fühlt. Es bedeutet aber auch dass die auf dem Weg dahin entstehenden Konflikte von uns gelöst werden müssen. Der bisherige Weg, diese Konflikte nicht sehen zu wollen, sie an den Rand oder gar aus der Stadt zu drängen – darin sind wir uns sicher – kann nicht weiter beschritten werden. So werden, um nur ein Beispiel zu nennen, „Camps“ für Flüchtlinge in Stadtrandlage errichtet, in denen es ihnen schwer bis unmöglich ist am Stadtleben teilzuhaben. Gemeinsames städtisches Leben für alle Partizipant*innen kann so nicht entstehen. Statt uns gegenseitig mit offenen Armen zu begegnen, ein Prozess der auch unter optimalen Bedingungen kein einfacher ist, werden hier Interessenlagen gegeneinander ausgespielt. Eine Stadt für Alle würde hier bedeuten, Platz zu schaffen für Begegnungen, für Neugier, und für Mut. Was jedoch bisher geschah hatte damit wenig gemeinsam. Anstatt die
Möglichkeiten zu erkennen, werden sie als Problem markiert und dementsprechend damit verfahren: durch Ausgrenzung, Misstrauen und Abschottung. Dies alles passiert in einer Stadt, in der seit Jahren über den nicht gerade geringen Anteil an leerstehenden Immobilien, über
Wohnhäuser, Bürogebäude und Industrieareale diskutiert wird. Auch daher sind wir uns sicher: Es ist Platz Da!! für alle in Mainz!

Doch auch für Andere scheint kein Platz mehr zu sein. Während zwar neue Wohngebiete beispielsweise am Zoll- und Winterhafen erschlossen werden, steigen die durchschnittlichen Wohnmieten im Stadtbereich seit Jahren beständig. Einerseits rühmen wir uns als Wissenschafts- und Studierendenstadt, anderseits ist für viele Student*innen und Wissenschaftler*innen die Hürde eine Wohnung im Stadtbereich zu finden schon längst viel zu hoch. Die bevorstehende Schließung des günstigsten
Wohnheimes für Studierende, dem Wohnheim Inter1 auf dem Universitätscampus, kann auch hier nicht in unserem Interesse liegen. Allerdings wünschen wir uns eine Stadtplanung, die weitsichtig die Bedingungen schafft, um alle Interessenlagen in dieser Stadt unterzubringen. Wir wünschen uns eine Stadt in welcher vielfältige Projekte Leuchtkraft entfalten: so wollen manche die volle Postmoderne und zwar frisch saniert; andere hingehen wünschen idyllische Nachbarschaften mit kreativ pulsierendem Nachtleben; und wieder andere wollen experimentelle und unkommerzielle Räume. Wir fordern dies alles – und zwar zugänglich für Alle. Wir glauben an eine lebendige Stadt, deren Zugangshürden für Alle denkbarniedrig sind und deren Zukunft wir alle mitgestalten können. Wir glauben: Platz Da!! haben wir hierfür mehr als genug!

Am 25. April werden wir auf die Straße gehen, um zu zeigen, dass Raum sein kann für eine Stadt der vielen Ansprüche. Wir gehen auf die Straße um zu zeigen, dass diese Stadt Raum hat für unsere Vision und die Visionen anderer. Für die Verwirklichung dieser Visionen und Träume muss sich noch vieles ändern. Wir werden an der Verwirklichung dieser teilnehmen, denn nur eine Stadtplanung die horizontal durch die Gesellschaft verläuft, die Diskussionen, Austausch und Begegnungen vieler Positionen ermöglicht, die auf viele Stimmen hört anstatt sich abzuschotten und von oben herab zu beschließen, macht eine Stadt für Alle möglich. Wir wollen eine Stadt der vielen Interessen! Wir wollen eine Stadt ohne Ausgrenzung! Wir wollen eine Stadt der Luxuswohnungen, der Kulturzentren, der unkomerziellen Orte, der Plätze für Alle! Wir wollen eine Stadt die zum Mitgestalten ist! Platz da!!

Kommt!!!

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